Olga Lander · Sowjetische Kriegsfotografin im Zweiten Weltkrieg

Bibliografie

ISBN-Nummer
978-3-96311-117-4
Erscheinungsdatum
13. November 2018
Sprache(n)
,
Format
Broschiert
Abmessungen
27 x 22 x 1,2 cm
Anzahl Seiten
152
Preis
€ 18,00

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Beschreibung des Verlages

Begleitband zur Sonderausstellung vom 21. November 2018 bis 24. Februar 2019 im Deutsch-Russischen Museum Berlin-Karlshorst

Olga Lander (1909–1996) ist eine von nur fünf Fotografinnen unter den 200 sowjetischen Kriegsfotografen im Zweiten Weltkrieg. Ohne Genehmigung ihrer Vorgesetzten – ein in der damaligen Sowjetunion unerhörter Vorgang – wechselt sie 1943 den Arbeitsplatz und wird Fotokorrespondentin einer Frontzeitung. Für die Zeitung der 3. Ukrainischen Front »Sowjetskij Woin« (Sowjetkämpfer) hält sie seitdem neben Kampfhandlungen auch den Alltag der Soldaten jenseits der Gefechte im Bild fest.

Das Deutsch-Russische Museum Berlin-Karlshorst würdigt die Arbeit von Olga Lander erstmals in Deutschland in einer umfassenden Sonderausstellung. Der Begleitband zur Ausstellung enthält Beiträge zum Wirken Olga Landers, der Tätigkeit weiterer Kriegsfotografinnen in Europa zwischen 1914 und 1945 sowie zum Einsatz sowjetischer Frauen im Zweiten Weltkrieg. Ein umfassender Bildteil schließt den Band ab.

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Meine Gedanken zu diesem Wunderschönen Bildband

Manch ein Ereignis ist dazu bestimmt, eine bittere Normalität vor Augen zu führen. Der Tod von Anja Niedringhaus im Jahr 2014 war so ein Moment: Die Ermordung der deutschen Fotoreporterin durch einen afghanischen Polizisten rief schmerzlich ins Bewusstsein, dass die Kriegsberichterstattung keine Männerdomäne ist. Dabei sind Frauen nicht nur als Journalistinnen, sondern auch als Soldatinnen in Kriegs- und Krisengebieten kein Phänomen der Gegenwart. Allerdings sind Frauen immer eine Minderheit bei der Kriegsberichterstattung. Im nationalsozialistischen Deutschland waren, im Gegensatz zu den vier gegnerischen Großmächten, keine Fotografinnen an der Front zugelassen.

In diesem Wunderschönen Bildband geht es um die Arbeit von Olga Lander (1909–1996), einer sowjetischen Kriegsfotografin während des Zweiten Weltkriegs. Sie gehörte zu den fünf Frauen unter 200 sowjetischen Kriegsfotokorrespondenten während des Zweiten Weltkrieges. Seit 1935 arbeitete sie als Fotokorrespondentin bei der sowjetischen Jugendzeitung »Komsomolskaja Prawda«. Auch nach Kriegsbeginn im Juni 1941 führte sie ihre Arbeit bei der »Komsomolka« fort. Schließlich gehörte sie ab Januar 1943 der Redaktion der Zeitung »Sowjetskij Woin« (Sowjetischer Kämpfer) als Fotografin an. Die Zeitung der 3. Ukrainischen Front berichtete täglich über das Frontgeschehen. Lander begleitete die Truppen von der Ukraine über Moldawien, Bulgarien, Jugoslawien und Ungarn bis nach Österreich, wo sie auch das Kriegsende erlebte. Erst 1948, nach Auflösung der Redaktion – der »Sowjetskij Woin« war bis dahin Zeitung der in Bulgarien und Rumänien stationierten sowjetischen Südgruppe der Truppen – kehrte Lander nach Moskau zurück und arbeitete von 1956 bis zur ihrer Pensionierung 1974 weiter als Fotokorrespondentin der Zeitung »Sowjetskaja Rossija«.

Derzeit (21. November 2018 bis 24. Februar 2019) findet im Deutsch-Russischen Museum in Berlin-Karlshorst eine Ausstellung zahlreicher Fotografien Olga Landers statt. Dieser Band ist der Katalog zu dieser Ausstellung. Auf den Fotos sehen wir das Ausheben von Schützengräben, Transport von Kriegsgerät mit Pferdefuhrwerken, sowjetischer Vormasch mit Panzern, Vorbereitung und Handhabung eines Angriff mit Maschinengewehren, Vormarsch in unwegsamen Gelände, Landungstruppen beim Übersetzen auf das andere Flussufer, Soldaten in einer Gefechtspause, beim Essen, beim Empfang einer Auszeichnung, beim Sanitätsdienst, beim der Rasur, beim Richten der Ausgehuniform, beim Duschen, bei der Ausbildung, beim Reinigen und Munitionieren der Waffen, bei der Essensausgabe, bei der Reparatur von Schuhen und Kleidung. Zahlreiche Soldaten sind mit Namen und Dienstgrad abgebildet: Bomberpilot, Panzerfahrer, Maschinengewehrschütze, Nachrichtensoldat, bulgarische Partisanin, Sanitätsinstrukteurin, Kommandeure verschiedener Einheiten, Redakteure im Dienste der Roten Armee und andere. Wir sehen deutsche Soldatenfriedhöfe, Verhaftung und Verhör deutscher Kriegsgefangenen, das zerstörte Charkow in der Ost-Ukraine, einen gehängten Kollaborateur, Beerdigung von Rotarmisten, die Besetzung Wiens, die Begegnung von sowjetischen Journalisten mit den amerikanischen Verbündeten in Linz im Mai 1945, die Freude über den Sieg über Hitler-Deutschland bei den sowjetischen Soldaten und einiges mehr. Was mich am meisten erschüttert hat sind einige Bilder, auf denen blutjunge Rotarmisten zu sehen sind, gerade mal 16 oder 17 Jahre alt, die in die Handhabung von Maschinengewehren eingewiesen werden. Ob diese Jungen den Krieg überlebt haben? Fragen, die wohl nie beantwortet werden.

Dieser Wunderschöne Bildband sollte uns nachdenklich machen, auch wenn die eigentlichen Gefechtsshandlungen hier nicht abgebildet werden. Ein Muss für jeden Geschichts-Interessierten!

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